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Der Amtliche Lageplan – Wofür wird dieser genutzt?

1. Der Unterschied zwischen Lageplan und Flurkarte

Der Amtliche Lageplan und die Flurkarte sind Bestandteile eines Bauantrages. In der Flurkarte sind bestimmte Informationen über alle Liegenschaften (nummerierte Flurstücke mit Ihren Grenzen und Gebäuden u.a.) maßstabsgetreu erstellt. Es liegen Flurkarten (auch Liegenschafts- oder Katasterkarte genannt) flächendeckend für das gesamte Bundesgebiet vor. Auf der Grundlage eines Auszugs aus der Flurkarte wird der Lageplan erstellt. Im Falle eines Bauvorhabens wird ein Amtlicher Lageplan für das zu bebauende Grundstück und seine unmittelbare Umgebung angefertigt und muss verschiedene gesetzliche Vorgaben erfüllen.

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2. Was steht in einem Lageplan und wie sieht er aus?

Vom Aufbau her besteht der Lageplan aus einem schriftlichen und einem gezeichneten Teil, der auf der Grundlage der Daten eines aktuellen Auszugs der Liegenschaftskarte (auch Katasterkarte oder Flurkarte genannt) erstellt wird. Da die Lagepläne je nach Bundesländer variieren, wird hier als Beispiel der Lageplan Bayerns erläutert. Der Auszug muss das Baugrundstück und die benachbarten Grundstücke im Umkreis von mindestens 50 m darstellen. Der Maßstab muss größer oder gleich 1:1000 sein, teilweise 1:500. Auf dem Lageplan ist das Baugrundstück zu markieren; zusätzlich ist der Auszug mit dem Namen des Bauherren, der Bezeichnung des Bauvorhabens und dem Datum des dazugehörigen Bauantrages oder den Unterlagen nach Art. 58 Abs. 3 Satz 1 Halbsatz 2 BayBO zu beschriften. Diese sind zum Beispiel für Bayern im §7 der bayerischen Bauvorlagenverordnung (BauVorlV) zu finden und geben unter anderen folgende Punkte vor:

–         den Maßstab und die Nordrichtung

–         die katastermäßigen Flächen des Baugrundstücks, Flurstücksgrenzen des Baugrundstücks und der benachbarten Grundstücke

–         die im Grundbuch geführte Bezeichnung des Baugrundstücks und der benachbarten Grundstücke mit den jeweiligen Eigentümerangaben

–         die vorhandenen baulichen Anlagen auf dem Baugrundstück und den benachbarten Grundstücken mit Angabe ihrer Nutzung, First- und Außenwandhöhe, Dachform und der Art der Außenwände und der Bedachung

–         Baudenkmäler einschließlich Ensembles sowie geschützte Teile von Natur und Landschaft auf dem Baugrundstück und auf den Nachbargrundstücken

–         Leitungen, die der öffentlichen Versorgung mit Wasser, der öffentlichen Versorgung mit Wasser, Gas, Elektrizität, Wärme, der öffentlichen Abwasserentsorgung oder der Telekommunikation und Rohrleitungen, die dem Ferntransport von Stoffen dienen, sowie deren Abstände zu der geplanten baulichen Anlage

–         die angrenzenden öffentlichen Verkehrsflächen mit Angabe der Breite, der Straßenklasse und der Höhenlage mit Bezug auf das Höhenbezugssystem

–         Hydranten und andere Wasserentnahmestellen für die Feuerwehr

–         die Festsetzung eines Bebauungsplans für das Baugrundstück über die überbaubaren und die nicht überbaubaren Grundstücksflächen

–         die geplante bauliche Anlage unter Angabe der Außenmaße, der Dachform und der Höhenlage des Erdgeschossfußbodens zur Straße

–         die Höhenlage der Eckpunkte des Baugrundstücks und der Eckpunkte der geplanten Anlage mit Bezug auf das Höhenbezugssystem

–         die Aufteilung der nicht überbauten Flächen unter Angabe der Lage und Breite der Zu- und Abfahrten, der Anzahl, Lage und Größe der Kinderspielplätze, der Stellplätze und der Flächen für die Feuerwehr

–         die Abstände der geplanten baulichen Anlage zu anderen baulichen Anlagen zu anderen Grundstücken, zu den Nachbargrenzen sowie die Abstandsflächen der geplanten baulichen Anlagen und der bestehenden Anlagen auf dem Baugrundstück und den Nachbargrundstücken

–         die Abstände der geplanten baulichen Anlage zu oberirdischen Gewässern

–         geschützten Baumbestand

Um sämtliche Auflagen und die der anderen Bundesländer zu erhalten, ist der Einblick in die Gesetzestexte der einzelnen Bundesländer notwendig.

3. Wer entscheidet über den Inhalt des Lageplanes?

Grundsätzlich liegt der Lageplan im Verantwortungsbereich der Länder; die Anforderungen sind in der Bauvorlagenverordnung der einzelnen Bundesländer geregelt. Insofern können die Lageplaninhalte variieren.

Zusätzlich ist zu beachten, dass es unterschiedliche Arten von Lageplänen gibt, den einfachen, den amtlichem und qualifiziertem Lageplan. Je nachdem, um welchen Lageplan es sich handelt, weicht die Informationsdichte ab.

4. Wer erstellt den Lageplan oder vermisst das Grundstück?

Für Bauvorhaben wird der Lageplan vorausgesetzt; dieser wird von einem Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur erstellt und ist Grundlage eines späteren Bauantrages. Nach der Vermessung des Grundstücks werden die vermessungstechnischen Sachverhalte mit Siegel und Unterschrift beurkundet.

Sollten Sie Fragen haben oder auf der Suche nach dem passenden Makler sein, beraten wir von Mantz-Immobilien Sie gerne kostenfrei und unverbindlich.

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